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Behandlung bei ungewollter Kinderlosigkeit

Seit vielen Jahren akupunktiere ich Frauen und Männer, die wegen eines unerfüllten Kinderwunsches meine Praxis in Hamburg aufsuchen. 
Ergänzt wird die Behandlung durch chinesische Kräuterheilkunde und Beratung zur Lebensführung und Ernährung.

Themenübersicht

Wie gut sind die Erfolge?
Fruchtbarkeit aus Sicht der asiatischen Medizin
Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit aus der Sicht der westlichen Medizin
Ursachen für Subfertilität und Infertilität der Frau aus der Sicht der westliche Medizin
Vorbeugende Behandlung zur Stärkung der Gesundheit des zukünftigen Kindes
Behandlungsablauf

Wie gut sind die Erfolge?

Eine Studie zur akupunkturbegleiteten IVF (Invitrofertilisation) belegt, dass sich die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung durch Einsatz von Akupunktur signifikant verbessern lassen.
Dies gilt auch für die so genannte ICSI-Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion).

Bei besagter Studie wurden 116 Patientinnen direkt nach  Embryonentransfer an fruchtbarkeitsfördernden Punkten behandelt. Eine Vergleichsgruppe von 109 Patientinnen wurde an Punkten genadelt, die keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit haben. Drei Tage später wurde die Akupunktur wiederholt. 33,6 % der an wirksamen Punkten akupunktierten Frauen wurden schwanger. Bei der Vergleichsgruppe waren es nur 15,6%. siehe Studien

Höher sind die Erfolgsaussichten allerdings bei Frauen, die zuerst einmal natürliche Wege zur Unterstützung ihrer Fruchtbarkeit suchen und noch keine aufwändige reproduktionsmedizinische Therapie durchlaufen haben.
Studien hierzu existieren leider nicht. Allerdings sind meine Erfahrungen in der Praxis sehr positiv. 
Die Faktoren, welche den Eintritt und Verlauf einer Schwangerschaft beeinflussen sind zu individuell, um pauschal geltende Prognosen geben zu können. Aber wenn ichmir  im ersten Termin Ihre Befunde angeschaut habe und Sie mit den Methoden der chinesischen Medizin untersucht habe, ist eine Einschätzung der Chancen möglich.

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Fruchtbarkeit aus Sicht der asiatischen Medizin:

Im alten China hatten Nachkommen eine hohe Bedeutung. Sie waren die Altersvorsorge der Eltern und hatten spirituelle Verpflichtungen gegenüber ihren Ahnen.
Man glaubte, dass diese in anderen Sphären weiterlebten. Schenkte man ihnen Aufmerksamkeit und Zuwendung, so wurden sie zu machtvollen Beschützern für die Lebenden.
Waren jedoch keine Kinder vorhanden, so konnten die unbeachteten und damit Hunger leidenden Ahnen ganze Familien ins Unglück stürzen.
Wir nennen dies Aberglauben, kennen aber auch hierzulande die Pflege des Andenkens an unsere Vorfahren. In unserer Zeit erinnert die populär gewordene Praxis der Familienaufstellung (Anm. 3) an den alt- chinesischen Ahnenkult.Guanyin - Die kinderbringende Göttin

Stellte sich kein Nachwuchs ein, wurde sowohl geistlicher, als auch medizinischer Rat eingeholt.
Besondere Bedeutung kam hierbei der chinesischen Muttergöttin Guanyin zu. Ihre Abbildungen haben Ähnlichkeit mit unseren abendländischen Darstellungen der Muttergottes mit dem Kinde.

Das älteste medizinische Buch, das Rezepturen zur Therapie der Unfruchtbarkeit enthält, wurde vor circa 1350 Jahren geschrieben. Der chinesische Arzt Sun Simiao hat darin Behandlungsstrategien für folgende Indikationen beschrieben:

- männliche und weibliche Unfruchtbarkeit
- Abortverhinderung
- Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung

Die von Sun Simiao damals veröffentlichten Ansätze finden sich auch in modernen Rezepturen für die o.g. Indikationen wieder.

Was ist aus Sicht der chinesischen Medizin für die Zeugung neuen Lebens notwendig?
Die klassischen Schriften sagen:
„Wenn Samen und Eizelle aufeinander treffen und „
Shen“ (Anm. 7) hinzutritt, entsteht neues Leben.“
Shen“ wird als Herzgeist oder göttlicher Funke übersetzt.
Fruchtbarkeit hat demnach mit dem Herzen und mit dem spirituellen Anteil des Menschen zu tun.
Die übrigen Zutaten sind eher handfester Natur: Samen- und Eizelle, welche  nach Interpretation der TCM aus unserer „
Essenz“(Anm. 2) gebildet werden.

Behandlung der Fruchtbarkeit von Mann und Frau
Aus dem oben Ausgeführten folgt, dass der Stärkung der „Essenz“ (Anm. 2) höchste Priorität zukommt. Ein weiterer Behandlungsbereich liegt in der Behandlung des "Shen", also der seelisch-emotionalen Balance.
Ein dritter Bereich ist die Unterstützung der „
Nierenenergie“ (Anm. 5). Sie regiert das kleine Becken einschließlich Eierstöcke, Hoden und Gebärmutter.
Zusätzliche Belastungen können das Bild verkomplizieren. 

Einige typische Syndrommuster der TCM, die in der Behandlung der männlichen Fruchtbarkeit eine Rolle spielen:
- „
Qi- Stagnation“ zeigt sich oft in hormonellen Störungen.
- „
Blutstase“ kann zu Fehlbildungen der Spermien und Varikozelen führen.
- „
Feuchte Hitze“kann durch vorangegangene Infektionen hervorgerufen werden
- Störungen des „
Shen“ (Anm. 7) werden durch Stress oder emotionale Konflikte verursacht.
- Nieren-Qi-Mangel
(Anm. 5) führt zur eingeschränkten Beweglichkeit und Dichte von Spermien 

Die Behandlung der weiblichen Fruchtbarkeit:
Sie umfasst die Behandlung der „Essenz“, (Anm. 2), die der Qualität der Eizellen zugrunde liegt. Dieser Ansatz ist von Bedeutung für die Behandlung der durch Alter oder Erschöpfung bedingten Unfruchtbarkeit (vorzeitiges Klimakterium, erniedrigte AMH- Werte). 
Wenn trotz guter Qualität der Eizelle die Nidation (Einnistung) nicht stattfindet, werden je nach Ursache Behandlungen angesetzt, die die Blutzirkulation im kleinen Becken anregen, immunregulierend wirken oder den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut fördern. 
Sind  Aborte die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch, kommen einige TCM-Syndrome in Betracht und es sollte vor einem neuen Versuch eine entsprechende Therapie stattfinden.

Wie bei der Behandlung des männlichen Fruchtbarkeit können auch bei Frauen zusätzliche Belastungen das Bild verkomplizieren.
Einige typische Muster der TCM:
- Eine „
Blutstase“ kann ihren Ausdruck finden in Endometriose, Gerinnungsstörungen, Myomen und Menstruationsschmerzen.
- Das
PCO-Syndrom“ lässt sich einem Syndrombild zuordnen, das in der TCM mit „Feuchtigkeit und Schleimbelastung“ beschrieben wird und mit einer Insulinresistenz einher gehen kann.
- „
Qi- Stagnation“ kann die Zusammenarbeit zwischen Hypophyse und Ovarien stören und damit den Zyklus durcheinander bringen.
- Mit „
feuchte Hitze“ bezeichnet man ein Syndrommuster das Entzündungen und Endometriose vorkommt. Die Verklebung von Eileitern kann daraus resultieren.

- Anspannung führt zu „Qi-Stagnation“ und emotionale Konflikte belasten die Energetik des Herzens. (Anm. 7) 

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Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit aus der Sicht der westlichen Medizin

  • Hormonelle Dysbalance
  • Verschluss des Samenleiters
  • Ejakulationsstörungen
  • Überwärmung des Hodens durch Leistenhoden oderVarikozelen
  • Erkrankungen von Hoden und Prostata
  • Medikamente wie Zytostatika, Anabolika, Beruhigungsmittel, Antibiotika
  • Toxische Ursachen: Rausch- und Genussgifte, östrogenartig wirkende Substanzen aus der Kunststoffindustrie, Schwermetalle, belastete Nahrung
  • Mangel an Nährstoffen, besonders Zink, Mangan, Kalium, Selen, Vitamin C und E, sowie die Aminosäuren Arginin und Lysin
  • Autoimmunreaktion gegen eigene Spermien
  • schlecht eingestellter Diabetes mellitus
  • negativer Stress und emotionale Belastung

Eine Einschränkung der Fruchtbarkeit des Mannes lässt sich mit Hilfe eines Spermiogramms diagnostizieren. Die Zahl der Spermien, ihre Beweglichkeit und ihre Wohlgeformtheit sind dabei entscheidend. Sind alle drei Parameter unzureichend, wird die Diagnose Oligoastheno-Teratozoospermie gestellt. Allzu oft steht der unglückliche Patient ratlos vor seinem Befund.
Organische und hormonelle Ursachen wurden ausgeschlossen. Nahrungsergänzungsmittel helfen nicht weiter. Der Arzt kann über die Gründe für die unzureichende Spermienbildung keine Auskunft geben.
Dann bleibt für das Paar nur der mühsame Weg der künstlichen Befruchtung bzw. der ICSI- Behandlung (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion).
Gerade diese „unerklärbaren“ Fälle gelten jedoch als gute Indikation für die chinesische Medizin. Als Regulationsmedizin ist ihre Domäne die Behandlung von sogenannten funktionellen Leiden. Dagegen ist die westliche Medizin meist effektiver in der Therapie, wenn Beschwerden auf organische Ursachen zurückgeführt werden können.
Selbstverständlich hat auch die chinesische Medizin kein Wundermittel zur Wiederherstellung der männlichen Zeugungsfähigkeit. Allerdings wurden Studien zur Behandlung der Sterilität des Mannes mit chinesischer Medizin durchgeführt, die Anlass zu Hoffnung geben (
Anm. 6). Sowohl eine Verbesserung der Zahl, als auch der Form und Beweglichkeit der Spermien wurde nachgewiesen.

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Ursachen für Subfertilität und Infertilität der Frau aus der Sicht der westlichen Medizin :

  • Verwachsungen nach Operationen
  • Endometriose
  • Myome, Gebärmutterfehlbildunge
  • Esstörungen, die zu Über- oder Untergewicht führen
  • Verschluss der Eileiter durch  Entzündungen
  • Ausbleiben des Eisprungs durch hormonelle Störungen,
  • andere hormonelle Störungen: PCO- Syndrom (polycystisches Ovarsyndrom), hypophysäre Insuffizienz, Schilddrüsenstörung
  • abnehmende ovarielle Funktionsreserve
  • Verletzungen des Endometriums durch Ausschabungen
  • Antikörperbildung gegen Spermien
  • zervikale Sterilität, z.B. nach Konisation
  • Diabetis mellitus
  • Mangel an bestimmten Nährstoffen, besonders Kupfer, Zink, Magnesium, Selen und B-Vitamine
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Vorbeugende Behandlung zur Stärkung der Gesundheit des zukünftigen Kindes

Die asiatische Medizin vertritt die Ansicht, dass wir unseren Nachkommen mehr weitergeben, als nur unsere Gene.
Samen und Eizelle enthalten eine Energie, die als sogenannte „
Essenz“ (Anm. 2) bezeichnet wird.
Sie ist Grundlage für die Konstitution des werdenden Kindes, zugleich aber auch der Quell der Fruchtbarkeit.
Mischen sich die „Essenzen“ zweier vitaler gesunder Menschen, dann legen sie den Keim für die Entwicklung eines Kindes mit einer guten konstitutionellen Anlage.
Aus diesem Grund sind Maßnahmen zur Stärkung der Fruchtbarkeit nicht von Behandlungen zur Stärkung der Gesundheit des werdenden Kindes zu trennen.
Die „Essenz “ wird beeinflusst durch Lebensführung und Lebensalter.
Sie lässt sich durch passende Ernährung, Vermeidung von schädigenden Einflüssen, Qi-Gong, Kräutermischungen und Akupunktur stärken.

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Behandlungsablauf

Im ersten Termin findet eine Untersuchung mit Hilfe der Puls-, Zungen- und Tastdiagnose sowie eine ausführliche Anamnese statt.
Auf dieser Grundlage berate ich Sie, bespreche mit Ihnen die Erfolgsaussichten und erstelle, wenn gewünscht, einen Behandlungsplan.
Ich nehme mir dafür eine Stunde Zeit und berechne ein Honorar von 70 € inclusive Erstbehandlung.


Praxis für japanische Akupunktur und chinesische Medizin
Moltkestr. 56
20253 Hamburg Eimsbüttel
Telefon: 040/69797113

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Anmerkungen:

  • Anm 1: Quelle - controlled clinical study, Fertil Steril, 2006 May, 85 (5), 1347-51. (...zurück)
  • Anm 2:Essenz“ Diese Energie stellt die Essenz unserer Lebenskraft dar. Sie wird in der Niere gespeichert und bestimmt Wachstum, Fortpflanzung, Entwicklung, sexuelle Reifung, Empfängnis und Schwangerschaft. Die Essenz bestimmt unsere grundlegende Vitalität, unser biologisches Alter. Ein Teil der Essenz ist angeboren und wird „Vor-Himmels-Essenz“ genannt. Ein Teil wird im weiteren Leben ergänzt und ist damit abhängig von unserer Lebensführung. Dieser Teil wird auch als „Nach-Himmels-Essenz“ bezeichnet (...zurück)
  • Anm. 3: „Familienaufstellung nach Hellinger“ - Ansatz in der systemischen Familientherapie, bei der die Ursache für aktuelle Probleme in unbewältigten Konflikten in der Reihe der Vorfahren identifiziert werden (...zurück)
  • Anm. 4:Milz-Qi“, syn. „Milzernergie“ - Dies ist die Energie, die im sogenannten Milzmeridian zirkuliert. Sie ist für die Ernährung des Organismus von größter Bedeutung und dient der Bildung des Blutes.(...zurück)
  • Anm. 5: „Nieren-Qi“, syn. „Nierenenergie“ - Dies ist die Energie, die im so genannten Nierenmeridian zirkuliert. Da sie die Essenz speichert ist sie von herausragender Bedeutung für die Fruchtbarkeit des Menschen. (...zurück)
  • Anm. 6: Quellen
    Gurfinkel E, Cedenho AP, Yamamura Y et al. Effects of acupuncture and moxa treatment in patients with semen abnormalities. Asian J Androl 2003 Dec;5 (4): 345-348
    Geburtshilfe und Frauenheilkunde 1984 Aug 44(8): 510-2
    Arch Androl 1997 Sept- Okt; 39(2): 155-61. (...zurück)
  • Anm. 7: Shen beinhaltet den emotionalen, mentalen und spirituellen Aspekt des Menschen und residiert im Herzen. Eine gängige Übersetzung lautet: „Herzgeist“(...zurück)