Wenn eine Schwangerschaft entsteht, ist das Immunsystem maßgeblich daran beteiligt.
Während der Einnistung findet eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Gebärmutterschleimhaut und den Zellen des Abwehrsystems statt. Eine Störung dieser Zusammenarbeit kann die Einnistung verhindern oder zu einer instabilen Schwangerschaft führen, die in eine frühe Fehlgeburt mündet.
Auch bei wiederholtem Implantationsversagen nach Transfer, trotz guter Embryonenqualität und gut aufgebauter Schleimhaut sollte an das Immunsystems gedacht werden.
Das trifft ganz besonders zu, wenn die betroffene Frau unter einer Autoimmunerkrankung leidet.
Allen voran ist hier die Hashimoto-Thyreoditis als häufigste Erkrankung zu nennen.
Von schulmedizinischer Seite wird an diesem Punkt oft Prednisolon empfohlen. Dieses Kortison Präparat hemmt Abwehr- und Entzündungsreaktionen.
Einigen Frauen hilft das Medikament, anderen wiederum nicht. Die uneinheitliche Studienlage spiegelt dies deutlich wider.
Um das zu verstehen, möchte ich Ihnen die immunologischen Prozesse während der Einnistungen etwas genauer darstellen.
Wenn der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut einwächst, müssen Zellen im Uterus untergehen, um für das Wachstum Platz zu machen. Dieser Zelluntergang findet in einem entzündlichen Milieu statt.
Uterine Killerzellen, eine Untergruppe der natürlichen Killerzellen spielen dabei eine wichtige Rolle. Die genaue Funktion dieser Zellen ist nur teilweise erforscht.
Gesichert ist ihre zentrale Aufgabe in der Kommunikation zwischen Embryo, Gebärmutterschleimhaut und anderen Immunzellen, sowie Ihre Beteiligung an der Bildung von Blutgefäßen für die Versorgung der Plazenta.
In diesem Zeitfenster entsteht ebenfalls die Toleranz des Abwehrsystems gegenüber den zur Hälfte vom Vater stammenden Zellbestandteilen des Embryos.
Um diesen dynamischen Prozess zu unterstützen brauchen wir eine gute Orientierung darüber, was zu welchem Zeitpunkt hilfreich ist. Dies gilt sowohl für schulmedizinische, als auch für alternativmedizinische Maßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel.
Eine Behandlung zur Unterdrückung von Immun- und Entzündungsvorgängen, sowie die Senkung der uterinen Killerzellen, sollte in der Einnistungsphase und Frühschwangerschaft also gut überlegt werden.
Prednisolon wirkt wie alle Cortison Präparate hemmend auf Immunzellen und kann bei fehlgeleiteten oder überschießenden Entzündungsvorgängen sehr hilfreich sein. Allerdings bedeutet es einen recht undifferenzierten Eingriff, in den komplexen und dynamischen Vorgang einer beginnenden Schwangerschaft.
Idealerweise würde der Gabe von Prednisolon eine Untersuchung der Anzahl und zytotoxischen Aktivität der uterinen Killerzellen voraus gehen
Diese Untersuchungen sind kostspielig und werden nicht am Anfang einer Kinderwunsch-behandlung liegen.
Hier kommen die Akupunktur und chinesische Kräuterheilkunde ins Spiel und eröffnet die Möglichkeit einer immunmodulierenden Therapie vor einer möglichen Schwangerschaft, bzw. vor einer künstlichen Befruchtung.
Im Falle einer Hashimoto-Thyreoditis bietet sich zum Beispiel eine Kombination aus Selen, Antioxidantien, Akupunktur und chinesischen Kräutern an.
Auch bei anderen Autoimmunerkrankungen oder wenn die Vorgeschichte den Verdacht nahelegt, dass der Grund für eine ausbleibende Schwangerschaft im Bereich des Immunsystems liegt, wären mindestens 3 Monate Vorbereitungszeit für einen erneuten Versuch ideal.
